hhmmmm

Frische, akademische Geistesblitze … nicht nur, aber meist sinnfrei

hart aber wahr …

Am 29.Sep.2005 um 12:48 meinte kobotroll sagen zu müssen:

Kobo­troll schaut sich in der Mit­tags­pause Fotos vom Robbie-Prototyp an …

Säch­si­scher Mit­bür­ger: Tja, das unter­schei­det uns Infor­ma­ti­ker eben von ande­ren Män­nern! Wir schauen uns in der Frei­zeit Bil­der von irgend­wel­chen tech­ni­schen Gerä­ten an!

Süd Schwe­den Eingeweiht

Am 25.Sep.2005 um 15:39 meinte phbaer sagen zu müssen:

Gerade eben haben wir, mit einem durch­aus läng­li­chen Arti­kel, unsere neue Seite http://www.sued-schweden.de/ ein­ge­weiht. Dort wer­den jetzt alle nen­nens­wer­ten Ereig­nisse aus und um Kas­sel, aber auch aus den ande­ren Regio­nen Süd Schwe­dens, eine Ver­brei­tungs­plat­form finden.

Nordhessen-Einkauftour

Am 25.Sep.2005 um 15:11 meinte phbaer sagen zu müssen:

Vorab ein klei­ner Dis­clai­mer, wenn auch eher nutz­lo­ser Natur:

Die­ser Bei­trag ist sub­jek­tiv und gibt unsere per­sön­li­che Mei­nung wieder!

Wir waren unter­wegs. Wir, das sind Kobotroll und phbaer, zwei Südländer aus Bayern und Baden-Württemberg, angestellt an der Uni Kassel. Momentan sind wir dabei, einen autonomen Roboter zu bauen. Genau für diesen Zweck mussten wir uns in das unheimliche Einkaufsgetümmel der Stadt Kassel wagen. Dabei entstand die Idee, die von uns besuchten Geschäfte zu bewerten. Wir versuchen dabei völlig neutral zu bleiben, was bei der von uns erlebten Situation nicht sonderlich einfach ist. Hier der Bericht.

Um den Grip der Räder unserer Roboter zu erhöhen, waren wir am Freitag morgen auf der Suche nach Fahrradschläuchen. Genauer gesagt suchten wir einen Schlauch eines Rennrads, mit möglichst glatter Oberfläche. Glatt deshalb, weil der Schlauch über die Räder gezogen werden soll. Unebenheiten im Gummimantel wirken sich auf die freie Beweglichkeit der Räder negativ aus. So weit, so gut. Wir dachten nicht, dass diese Produktanforderungen problematisch sind. Wir sollten jedoch eines Besseren belehrt werden.

Radsport Bornmann

Radsport Bornmann

Als erstes gingen wir in den Fahrradladen, der sich schräg gegenüber der Universität in der Wilhelmshöher Allee befindet. Radsport Bornmann. Wie auf der Webseite zu lesen ist, sollte man sich schon auf eine besondere Umgangsart gefasst machen:

``Wir sind eine unkomplizierte und schnelle Truppe von jungen Leuten die einiges möglich machen und auch jede Menge Spaß bei der Arbeit haben.
Sicherlich ist in unserem Geschäft nicht alles so, wie Sie es von der Konkurrenz gewohnt sein mögen, mit unserem eigenen Stil und auch Umgangsart. Dieser Stil mit den besten Preisen, gepaart mit Ehrlichkeit und Offenheit, wird von vielen geschätzt und wir hoffen, dass auch Sie diese Art schätzen lernen.''

(http://www.ciclib.de/, 25.09.2005, 15:09 Uhr)

Diese neue Art der Freundlichkeit konnten wir auch dann schnell am lebendigen Beispiel erfahren. Wir betraten das Geschäft. Großer Raum, voll gestellt mit Fahrrädern -- gut, ist ja auch ein Fahrradladen. Ich begab mich zur Theke. Einige Leute, offensichtlich Mitarbeiter, waren damit beschäftigt, Kisten auszupacken. Ich stellte mich an die Ein-Mann-Schlange. Kurze Zeit später war ich dann an der Reihe, und ein etwas älterer Mann forderte mich auf, meinen Wunsch zu äußern. Da ich ein Stück alten Fahrradschlauch als Beispiel dabei hatte, sagte ich ``Ich hätte gernen einen Fahrradschlauch, wie diesen hier.'' Er drehte sich um, zum Regal hinter ihm. Da fügte ich noch hinzu: ``Aber mit möglichst glatter Oberfläche.'' Er entgegnete mir: ``Was? Sowas habe ich ja noch nie gehört! Ich verkaufe Fahrradschläuche!'' Er drehte sich von mir weg und bediente den nächsten Kunden. Ich stand da, Kobotroll daneben. Wir schauten uns an, waren sprachlos. Ich sagte dann etwas in der Art: ``Ähh, hallo? Was war das denn jetzt bitte?!?''. Er, freundlich wie schon zuvor, warf mir an den Kopf ``Gehen Sie jetzt!''. Wir konnten das nicht fassen? Hatte ich etwas Falsches gesagt? Was war da los? Ich sagte nochmals, dass ich doch nur einen Fahrradschlauch haben möchte. Er blieb hart. Auch Kobotroll konnte sich jetzt nicht mehr zurückhalten, und wollte wissen, was hier passiert war. Er schmiss uns raus. Gezwungenermaßen haben wir dann das Ladenlokal verlassen.

Vor der Türe wollte gerade der Kunde, der dann bedient wurde, auf seinem Fahrrad den Schauplatz verlassen. Er grinste. Ich fragte ihn, was das sollte und was da überhaupt passiert war. Er meinte nur ``Das ist normal. Da darf man sich nichts dabei denken.'' Wir sollten es einfach nochmal versuchen. Gesagt, getan. Nochmal rein. Der nette Verfäufer von gerade eben stand immer noch hinter der Theme. Er machte nicht den Eindruck, dass er was verkaufen wollte, drum fragte ich ihn, ob es noch andere Verkäufer gibt. Da diese Firma aber anscheinend nicht auf Kunden angewiesen war, schmiss er uns erneut raus. Ich fragte dann noch, wo wir denn einen anderen Fahrradladen in Kassel finden könnten. Er, wie immer freundlich, erwiderte ``Da in der Innenstadt.''.

Wertung: Ungenügend

Kein Einkaufserfolg beim ersten Geschäft. Mir machten uns auf in Richtung Innenstadt.

Zweiradtechnik und Fachservice ZAHN

Zweiradtechnik und Fachservice ZAHN

Nach einem kurzen Zwischenstopp in einer Apotheke, um nach dem Weg zu fragen, erreichten wir dann Zweiradtechnik und Fachservice ZAHN, günstig gelegen direkt neben dem Capi­tol. Mit einem etwas flauen Gefühl in der Magen­ge­gend betra­ten wir schließ­lich das zweite Fahr­rad­ge­schäft. Wir stell­ten uns an und war­te­ten gespannt dar­auf, bedient zu wer­den. Alles war mög­lich. Die Frau hin­ter der Theke erschien uns gleich sym­pa­thisch. Sie fragte, was wir suchen wür­den. Ich schil­derte ihr unser Anlie­gen und siehe da: freund­lich, hilfs­be­reit und enga­giert! Sie orga­ni­sierte uns gleich einen alten Schlauch aus der Werk­statt, packte einen neuen Schlauch aus, prüfte die Naht­stel­len, schnitt über­flüs­si­ges Mate­rial an eben die­sem ab. So hat­ten wir uns das vor­ge­stellt! Es gibt auch in Deutsch­land noch Läden — wenn auch nicht all zu viele –, die ihren Kun­den mit Freund­lich­keit begeg­nen. Am Ende sind wir dann sogar mit zwei Schläu­chen, beide lei­der mit etwas zu viel Pro­fil, wie­der in Rich­tung Uni gelaufen.

Es tut mir leid, dass ich hier nicht mehr schrei­ben kann. Ich gehe bei Ein­käu­fen von einer gewis­sen Freund­lich­keit der Geschäfts­in­ha­ber und Ver­käu­fer aus. Andern­falls kann ich mich, Markt­wirt­schaft und Kon­kur­renz sei dank, auch anders ent­schei­den. Wir kön­nen nur eines sagen:

Zwei­rad­tech­nik und Fach­ser­vice ZAHN in Kas­sel, direkt neben dem Capi­tol, ist ein sehr emp­feh­lens­wer­tes Fahr­rad­lä­del­chen mit freund­li­chem und kom­pe­ten­tem Personal.
Wer­tung: Her­vor­ra­gend

Nach­be­rei­tung

Gut. Der Tag hat uns viele Gedan­ken beschert. Wir konn­ten uns nicht ent­schei­den, wel­ches der bei­den Unter­neh­men seine Kun­den eher würde hal­ten kön­nen, sofern es über­haupt Kun­den gibt, die es gilt zu hal­ten. Für uns ist die Sach­lage jeden­falls klar.

Was uns dann aber noch wei­ter beschäf­tigt hat, war die Reak­tion eini­ger Kas­sela­ner (oder Kas­se­ler oder Kas­se­lä­ner, oder wie man da auch immer sagt. Für uns sind es der Ein­fach­heit hal­ber nur Kas­s­ler) hat uns schon etwas zu Den­ken gegeben.

Als wir bei ZAHN unsere Geschichte erzähl­ten, natür­lich ohne Namen zu nen­nen, wuss­ten sie sofort, wo wir zuvor raus­ge­flo­gen waren. Etwas spä­ter am Tag, in der Feinmechanik-Werkstatt der Uni, erzähl­ten wir die Geschichte dann noch unse­rem Ansprech­part­ner. Auch er wusste, ohne große Erklä­run­gen sofort bescheid. Er meinte, dass man bes­ser keine Zusatz­wün­sche äußern sollte, da dann sonst eben das pas­sie­ren könne, was Kobo­troll und mir pas­siert ist. Es muß also wohl stadt­be­kannt sein, wel­che Fahr­rad­lä­den man bes­ser meidet.

Grund­platte

Am 23.Sep.2005 um 08:50 meinte phbaer sagen zu müssen:

Ges­tern waren wir in der Feinmechanik-Werkstatt der Uni­ver­si­tät Kas­sel. Die Leute sind wirk­lich klasse! Man gibt ihnen eine hin­ge­pfuschte AutoCAD-Zeichnung, und raus kommt eine per­fekte Grund­platte mit Motor­auf­hän­gung und Rad­la­gern! Sie ent­wi­ckeln eigene Ideen, die wir uns hät­ten nicht bes­ser aus­den­ken kön­nen, und set­zen diese um. Das ist wirk­lich groß­ar­tig. Vie­len, vie­len Dank von uns, also von Kobo­troll und mir, an die­ser Stelle!

Um das Ergeb­nis etwas zu doku­men­tie­ren, hier ein paar Bild­chen. Nach dem Wochen­ende viel­leicht dann noch ein paar mehr.

Robbie Base I
Die Grund­platte von unten, aus­sen die Rad­la­ger. Ganz rechts unten ist schon ein Rad befes­tigt. Der Clou: die Leute der Feinmechanik-Werkstatt haben und gleich noch eine Berei­fung, in Form eines alten Fahr­ad­schlauchs, auf­ge­zo­gen. Das gibt Grip! :)

Robbie Base II
Noch eine Nah­auf­nahme vom Rad­la­ger mit bereif­tem Rad.

Robbie Base III
Kobo­troll und ich beim tes­ten der Roll­ei­gen­schaf­ten des neuen Vehi­kels. Ich seh, wie immer auf Pho­tos, dumm aus.

Robbie Base IV
Hier noch­mal die Grund­platte in ihrer gan­zen Schönheit :)

Rob­bies

Am 21.Sep.2005 um 18:23 meinte phbaer sagen zu müssen:

Unser Rob­bie Pro­to­typ macht Fort­schritte. Mor­gen soll die Grund­platte mit den Motor­auf­hän­gun­gen fer­tig sein. Aus die­sem Grund haben wir heute mal die Motor­an­steue­rung aus­pro­biert. Nach eini­gen Fehl­schlä­gen hat uns die­ses Kabel, in Erman­ge­lung eines Löt­kol­bens ver­fei­nert mit einer klei­nen Por­tion Heiß­kle­ber, den Sieg gesichert.

Kabelkonstruktion

Mein Gott, Otto!

Am 21.Sep.2005 um 08:59 meinte phbaer sagen zu müssen:

Ges­tern Abend bin ich wie­der mal vor einer Polittalk-Runde hän­gen geblie­ben. Jamaika kommt lang­sam in Fahrt :) Dass diese Dis­kus­sion der Roten Seite nicht so recht gefällt, ist schon klar. Sie wür­den ja die Macht ver­lie­ren, an der sie so sehr hän­gen. Jetzt wird sogar schon die Union auf­ge­split­tet. Erstaun­lich, was man zur Recht­fer­ti­gung alles erfin­den kann, und dann ist es auch noch so leicht durchschaubar!

Nach dem ges­te­ri­gen Abend, der wie­der etwas spät gewor­den ist, habe ich jeden­falls das Gefühl, dass das Par­tei­pro­gramm der Roten nicht nur eine Anlei­tung zur ruhi­gen Hand, son­dern viel­mehr einen Auf­ruf zu arro­gan­tem und selbst­ver­lieb­ten Ver­hal­ten ent­hält. Wie kann ein Minis­ter, und sogar der Bun­des­kanz­ler ein paar Tage zuvor, sich nur so igno­rant geben? Man hat es auch nicht nötig, die andere Seite aus­re­den zu las­sen. Warum auch? Prompt und sehr pas­send kam die Reak­tion von Grün:

„Mein Gott, Otto!”

Im Zug

Am 21.Sep.2005 um 08:34 meinte phbaer sagen zu müssen:

Kobo­troll: „Né Zuc­chini ist das nutz­lo­seste Ess-Dings das es gibt.”

(Wenig spä­ter folgt eine Dis­kus­sion über Schasch­lik­spieße)
Kobo­troll: „Meine Mut­ter macht Schasch­lik­spieße immer mit Fleich, Zwie­beln, Gur­ken und Paprika.”
phbaer: „Wenn man das Fleich weg lässt und die Zwie­beln: Ok.”
Kobo­troll:DU KANNST DOCH NICHT DAS FLEISCH WEG LASSEN?! Das ‚Sch’ bei Schasch­lik kommt vom ‚sch’ im Fleisch!”

(im ICE 590, Wagen 7 am 19.09.2005 um 21:26 Uhr)

Genau meine Meinung

Am 20.Sep.2005 um 16:41 meinte phbaer sagen zu müssen:

Die­sem Kom­men­tar kann ich unein­ge­schränkt zustimmen:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/64098

Lei­der ist es aber wohl sehr unwahr­schein­lich, dass es zu Jamaika kom­men wird :(

Grenz­ver­schie­bung

Am 19.Sep.2005 um 16:51 meinte phbaer sagen zu müssen:

Nach dem aktu­el­len Wahl­er­geb­nis­sen, muss ich die Süd-Schweden-Grenze ver­schie­ben. Sie liegt zwar noch nicht ganz an der Donau, son­dern ver­läuft ent­lang der nörd­li­chen Gren­zen von Sach­sen, Bay­ern und Baden-Württemberg. So ganz grob. Kuckst du hier:

http://stat.tagesschau.de/wahlarchiv/wid246/index.shtml

Unglaub­lich

Am 19.Sep.2005 um 10:58 meinte phbaer sagen zu müssen:

Unglaub­lich ist es schon, wenn sich eine gewisse Per­son, mit unglaub­lich dunk­len und ein­far­bi­gen Haa­ren, in der Ele­phan­ten­runde wie folgt äußert: „Nie­mand außer mir ist in der Lage, eine sta­bile Regie­rung zu bil­den.” Das ist an Arro­ganz kaum mehr zu über­bie­ten. Zu bemer­ken war die Rot-Grüné Über­heb­lich­keit schon in den letz­ten Wochen. Im Antenne Bayern-Interview zum Bei­spiel. Da kann sich der Medi­en­guru auch noch so gut vor Kame­ras prä­sen­tie­ren, und das kann er nun wirk­lich, aber irgendwo hört’s auf! Im beson­de­ren der Kanz­ler und sein Außen­mi­nis­ter sahen in sich selbst­si­cher die ein­zig Kom­pe­ten­ten für die aktu­elle Situation.

Damit haben sie aber lei­der auch nicht so ganz unrecht. Eine Regie­rung ohne Rot-Anteil wäre zwar auf mei­ner Sicht bes­ser für Deutsch­land, nur hat das Schwarze Lager keine wirk­li­chen Alter­na­ti­ven zu bie­ten. Viele der „guten” Poli­ti­ker — soweit man bei Poli­ti­kern über­haupt von gut reden kann — sind gegan­gen (wor­den). Was übrig geblie­ben ist, ist ein unsi­che­rer, teil­weise zer­strit­te­ner Hau­fen. Die sind immer noch bes­ser als die Roten, aber wirk­lich nur hauch­dünn. Genau wie das Wahlergebnis.

Ich bin nur froh, dass die Gel­ben Stim­men gewon­nen haben, und das auch völ­lig zurecht! Sie hatte klare Argu­mente und haben die Situa­tion nüch­tern ana­ly­siert. Das kann man von kei­ner der ande­ren Par­teien sagen. Die eine Hälfte hat mit der Angst der Men­schen gespielt, die andere ist in ihrem eige­nen Chaos unter­ge­gan­gen. Die eine Frage bleibt aber: was kommt jetzt?

Ich per­sön­lich würde Jamaika — manch­mal auch als Schwam­pel bezeich­net — bevor­zu­gen. Kirchhoff’sche Ent­schla­ckung des Steu­er­sys­tems, libe­rale ent­bü­ro­kra­ti­sie­rung und ökolo­gi­sche Erneue­rung. Das wird aber nichts. Da machen weder die Grü­nen noch die Gel­ben mit. Eine Ampel wird es nach den Aus­sa­gen der Gel­ben auch nicht. Wenn’s Rot-Dunkenrot-Grün wird, dann kön­nen wir uns auch gleich ein Grab schau­feln. Der macht­hung­ri­gen Füh­rungs­riege der SPD ist das aber ohne wei­te­res zuzu­trauen. Es bleibt eigent­lich nur noch Schwarz-Rot übrig, und zwar genau in die­ser Reihenfolge.

War­ten wir mal gespannt die nächs­ten Wochen ab. Solange die macht­gei­len, arro­gan­ten Genos­sen und Freunde nichts Wich­ti­ges mehr zu mel­den haben, bin ich zufrieden.

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